Prof. Dr. Jürgen Hellbrück – Vortragsexposé – Wintersemester 2013/2014

Themenschwerpunkt des Studium generale:

'Soundcheck' – Die Welt als Klang  

Prof. Dr. Jürgen Hellbrück (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)  

Lärm – Wahrnehmung und Wirkungen

Dienstag, 5. November 2013, 18:15 Uhr, Hörsaal N 1 (Muschel)  



Unter Lärm versteht man jede Art von unerwünschtem Schall, vor allem solchen von großer Intensität, der Menschen stört, belästigt oder auch gesundheitlich beeinträchtigen kann. Lärm kann das Gehör schädigen, die Erholung verhindern, Lernen und geistige Arbeit beeinträchtigen, ärgern, Streit zwischen Nachbarn auslösen, Grundstücke entwerten, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen und das politische Klima vergiften. Die Lärmschwerhörigkeit ist immer noch die häufigste Berufskrankheit. Das Anwachsen von Straßen-, Schienen- und Luftverkehrslärm sorgt zunehmend für Bürgerproteste. Die häufigste Klage in Großraumbüros sind das ständig vorhandene Hintergrundsprechen und andere störende Bürogeräusche. Bei der Analyse von Lärm sind mehrere Aspekte zu betrachten, physikalische, physiologische, psychologische und medizinische. Ziel des Vortrags ist es, diese verschiedenen Aspekte kritisch zu beleuchten und ein Problembewusstsein für eines der größten – und am meisten unterschätzten – Umweltprobleme zu bilden.



Jürgen Hellbrück, (geb. 1950) ist Psychologe und Professor für Umweltpsychologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (seit 1991). Er forscht seit über dreißig Jahren im Bereich der psychologischen Akustik. Er befasste sich dabei mit audiologischen Fragen, in den letzten Jahren vor allem aber mit den Wirkungen von Lärm auf Erleben und Verhalten, insbesondere mit den Wirkungen von Schall auf kognitive Leistungen. Seine Stationen waren die Universitäten Würzburg, Osaka, Oldenburg und Konstanz. Er hatte Gastprofessuren in Japan inne und ist Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung und des Hanse-Wissenschaftskollegs, sowie Autor von Zeitschriftenartikeln und Büchern über Hören und Umweltpsychologie. – Ausgewählte Veröffentlichungen: zus. mit E. Kals, Umweltpsychologie (Wiesbaden, 2012). zus. mit W. Ellermeier, Hören: Physiologie, Psychologie und Pathologie (2., aktual. u. erw. Aufl. Göttingen, 2004).    



Nächster Vortrag in dieser Reihe:

Prof. Dr. Jürgen Erich Schmidt

(Professor für Germanistische Sprachwissenschaft, Direktor des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas, Philipps-Universität Marburg)

Wie klingt Regionalsprache? Umwertung von Dialekt und landschaftlichem Hochdeutsch unter Einfluss des Medienstandards

Dienstag, 12. November 2013, 18:15 Uhr, Hörsaal N 1 (Muschel)