Themenschwerpunkt »Heimat heute«

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe des Studium generale zum Themenschwerpunkt

Diskussionsveranstaltung des Studium generale zum Themenschwerpunkt


Interdisziplinäre Vorlesungsreihe des Studium generale zum Themenschwerpunkt »Heimat heute«

Öffentliche Vorlesungsreihe für alle Interessierten

Heimat – Sehnsuchtsort oder dumpfes Gefühl, Konstruktion in politischer Absicht oder etwas zutiefst Menschliches? Im Begriff der Heimat ist ausgedrückt, dass Menschen ihre Identität auch anhand von Lebensräumen bilden und auf vertraute und entgegenkommende Strukturen, Codes und personale Begegnungen angewiesen sind. Nicht selten wurden und werden deren reale oder vermeintliche Kerninhalte jedoch überhöht und verklärt oder zur Ab- und Ausgrenzung verwendet. Unter den Bedingungen der Globalisierung und der Migration stellen sich neue Fragen: nach der gegenwärtigen Bedeutung von Heimat, Heimatverlust und Heimatlosigkeit, nach der Relevanz von Tradition und Volkskultur und dem Umgang damit, nach den psychischen und sozialen Auswirkungen von freiwilliger wie erzwungener Migration und Integration und nach den politischen Dimensionen einer Berufung auf Heimat. Was machen die Pluralisierung von Lebenswelten, die individuelle und kollektive Erfahrung der Migration mit uns Menschen, mit unseren Städten und unseren Traditionen? Wie beeinflussen diese Entwicklungen unsere Kultur – und wie die politischen Diskurse? Ist es uns möglich, mehrere Orte und Kulturen Heimat zu nennen? Oder kommen wir gar ganz ohne aus?
Die Vortragsreihe unternimmt es, Befunde und Probleme aus der Sicht verschiedener kultur-, sozial- und humanwissenschaftlicher Disziplinen – Philosophie, Kulturanthropologie, Kunst­geschichte, Literaturwissenschaft, Sozialgeographie, Politikwissenschaft, Psychologie, Sozial­psychiatrie – zu diskutieren.

Prof. Dr. Karen Joisten
(Außerplanmäßige Professorin, Philosophisches Seminar, Johannes Gutenberg-Universität Mainz · Institut für Philosophie, Universität Kassel)
Heimat Mensch?
Anthropologische Perspektiven

Montag · 14. November 2016 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Burcu Dogramaci
(Professorin für Kunstgeschichte mit besonderer Berücksichtigung der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart, Institut für Kunstgeschichte, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften, Ludwig-Maximilians-Universität München)
Was ist Heimat?
Künstlerische Perspektiven

Montag · 21. November 2016 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Sarah Scholl-Schneider
(Juniorprofessorin für Kulturanthropologie/Volkskunde, Fach Kulturanthropologie/ Volkskunde, Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Heimat(be)suche. Ethnographische Perspektiven auf erinnerungskulturelle
Praktiken Heimatvertriebener im östlichen Europa

Montag · 28. November 2016· 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Michael Hofmann
(Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik, Leiter des Instituts für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft, Fakultät für Kulturwissenschaften, Universität Paderborn)
Heimat und Globalisierung.
Problemkonstellationen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Montag · 12. Dezember 2016 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Regina Römhild
(Professorin für Europäische Ethnologie, Institut für Europäische Ethnologie, Mitglied im Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), Humboldt-Universität zu Berlin)
global heimat –
Migration und die Transnationalisierung der Gesellschaft

Montag · 19. Dezember 2016 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Beate Mitzscherlich
(Professorin für Pflegeforschung, Fakultät Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Westsächsische Hochschule Zwickau)
Identitätskonstruktionen und Beheimatungsprozesse
Montag · 9. Januar 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

PD Dr. Meryam Schouler-Ocak
(Leitende Oberärztin, Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus, Leiterin des Forschungsbereichs »Interkulturelle Migrations- und Versorgungsforschung, Sozialpsychiatrie«, Charité – Universitätsmedizin Berlin)
Krank in der Fremde –
Perspektiven der psychiatrischen Migrations- und Versorgungsforschung

Montag · 16. Januar 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Werner J. Patzelt
(Inhaber des Lehrstuhls für Politische Systeme und Systemvergleich, Institut für Politik­wissenschaft, Philosophische Fakultät, Technische Universität Dresden)
Heimatliebe, deutscher Patriotismus und neue rechte Bewegungen
Montag · 23. Januar 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Karen Ellwanger
(Professorin für Geschichte und Theorie Materieller Kultur (Kulturgeschichte europäischer Textilien), Direktorin des Instituts für Materielle Kultur, Fakultät III – Sprach- und Kultur­wissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)
Neue Heimatmuseen und Wissensproduktion
Montag · 30. Januar 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel) 


Diskussionsveranstaltung des Studium generale zum Themenschwerpunkt »Heimat heute«

Öffentliche Diskussionsveranstaltung des Studium generale für alle Interessierten

 

Diskussionsveranstaltung: Wissenschaft und Integration
Donnerstag, 1. Dezember 2016, 18:15 Uhr, N 1 (Muschel)

Die seit 2015 stark steigende Zahl von nach Europa und Deutschland einreisenden Asylbegehrenden stellt nicht nur Politik und Gesellschaft insgesamt, sondern auch die Wissenschaft vor Herausforderungen und Probleme. Sie ist durch die Wanderungsbewegungen in mehrfacher Hinsicht gefordert: Migranten und Migrantinnen, ihre Fluchtgründe ebenso wie die von ihnen ausgelösten Reaktionen und Strategien der Verarbeitung der Migration können Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sein. Die Wissenschaft als Institution und (Sub-)System sieht sich aber auch einer neuen Gruppe von Adressatinnen und Adressaten, Studierenden, Kolleginnen und Kollegen gegenüber. Verfahren der Anerkennung, des veränderten Umgangs mit Menschen und deren kulturellen Hintergründen, mit Chancen und Risiken müssen entwickelt werden. Hochschulen sind Orte der Integration ("Making Heimat") und bieten Raum für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Migration und Integration. Was in den Hochschulen und in der Wissenschaft geschieht, hat vielfache Auswirkungen auf die außerwissenschaftliche Gesellschaft.
In der aktuellen Abendveranstaltung "Wissenschaft und Integration" des Studium generale legen Gäste aus Wissenschaft und Gesellschaft in drei Kurzvorträgen wissenschaftliche Perspektiven auf den Umgang mit Migrantinnen und Migranten in Hochschule und Zivilgesellschaft dar und stellen auch Handlungsoptionen zur Diskussion:

Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt
(Vorstandsvorsitzender der Stiftung »Polytechnische Gesellschaft«, Frankfurt am Main · Honorarprofessor für Sprache und Gesellschaft, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter):
Wege der Integration: Beiträge der Zivilgesellschaft

Prof. Dr. Bernd Meyer
(Professor für Interkulturelle Kommunikation und Allgemeine Kulturwissenschaft, Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft ftsk, JGU Mainz, Campus Germersheim):
Mehrsprachig kommunizieren – innerhalb und außerhalb der Universität

Florian Zabransky, M.A.

(Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt TRANSWEL "Mobile Welfare in a Transnational Europe", Institut für Soziologie, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main):
Der Integrationsbegriff auf dem Prüfstand: Perspektiven der kritischen Migrationsforschung

Moderation: Dr. Henning von Vieregge
(Buch- und Hörbuchautor · Lehrbeauftragter des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW), JGU Mainz)