Prof. Dr. Richard Traunmüller – Vortragsexposé – Sommersemester 2017

Mainzer Universitätsgespräche
VORTEIL VIELFALT?! DIVERSITÄT IN NATUR, KULTUR UND GESELLSCHAFT


Prof. Dr. Richard Traunmüller
Juniorprofessor für Empirische Demokratieforschung, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Religiöse Vielfalt und sozialer Zusammenhalt

Mittwoch, 17. Mai 2017, 18:15 Uhr, Hörsaal N 1 (Muschel)


Prozesse der Einwanderung und Säkularisierung haben in nahezu allen europäischen Gesell­schaften zu einem starken religions-demographischen Wandel geführt. Angesichts dieser neuen religiösen Vielfalt stellt sich die Frage, welche Folgen sie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hat: Handelt es sich dabei um eine Chance oder eine Gefahr? Der Vortrag nähert sich dieser Frage aus der Sicht der empirischen Sozialwissenschaften und behandelt sie in drei Schritten. Zunächst wird religiöse Vielfalt in einem internationalen Ländervergleich mit den Vertrauenseinstellungen der Bürgerinnen und Bürger in Beziehung gesetzt: Haben unterschiedliche strukturelle Ausprägungen von religiöser Vielfalt unterschiedliche Aus­wir­kungen auf das Sozialvertrauen? Danach wird ein Blick auf die religiöse Zusammensetzung der sozialen Netzwerke der Menschen geworfen: Wie ist es eigentlich um den interreligiösen Kontakt in Deutschland bestellt und gibt es hierbei Unterschiede zwischen den Religionen? Schließlich wendet sich der Vortrag noch der Frage zu, wie die Politik auf die Forderungen (radikaler) religiöser Minderheiten eingehen kann und welche Folgen dies wiederum für die religiöse Toleranz der Bürgerinnen und Bürger nach sich zieht.

Richard Traunmüller, geb. 1980, ist Juniorprofessor für Empirische Demokratieforschung am Fachbereich für Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Vor seiner Zeit in Frankfurt hatte er Positionen als Research Fellow am Department of Go­vern­ment der University of Essex, als Postdoc Fellow am Mannheimer Zentrum für europäische Sozialforschung sowie als Oberassistent für Politische Soziologie an der Universität Bern inne. Seine Arbeiten zur politischen Soziologie religiöser Diversität, zum Zusammenhang von Religion und Politik sowie zur quantitativen politischen Methodologie sind u.a. in den renom­mierten internationalen Fachzeitschriften Comparative Political Studies, Comparative Politics, European Journal of Political Research, European Sociological Review und Political Analysis erschienen.

Nächster Vortrag in dieser Reihe:
Dr. Yalız Akbaba
(Wissenschaftliche Mitarbeiterin, AG Schulforschung/ Schulpädagogik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Über Nachteile bei der Suche nach Vorteilen von Lehrer*innen "mit Migrationshintergrund"
Mittwoch, 7. Juni 2017, 18:15 Uhr, Hörsaal N 1 (Muschel)