Interdisziplinäre Vorlesungsreihe zum Themenschwerpunkt »Familie, Freunde, Partner. Beziehungen im Kulturvergleich«

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe des Studium generale 
zum Themenschwerpunkt »Familie, Freunde, Partner. Beziehungen im Kulturvergleich«

Öffentliche Vorlesungsreihe für alle Interessierten


Wie leben wir heute beziehungsweise mit wem? In modernen Gesellschaften verän­dern die Pluralisierung der Wahlmöglichkeiten und die damit einhergehende Indivi­dualisierung der Lebensgestaltung auch die traditionellen Beziehungsformen: vom Bund für's Leben zum Lebensabschnittspartner und zum »Mingle«, von der Großfamilie zur Patchwork-Familie und zum Alleinerziehenden. Nicht nur virtuell beeinflussen Facebook und Dating-Por­tale Freundschaften und Partnerschaften. Seit jeher knüpfen und pflegen wir komplexe Netz­werke von Familien, Freunden, Partnern, Kollegen und Nachbarn. Evolutionstheoretisch gese­hen ist Homo sapiens ein soziales Wesen, für das Beziehungen und Bindungen das Überleben sichern. Wir haben das Bedürfnis, Teil einer Gruppe zu sein, geliebt und geliked zu werden. Damit beschäftigt sich die Philosophie der Liebe, und das spiegelt sich im Bereich von Kunst und Kultur wider – was wären Romane, Filme, Musik- und Theaterstücke ohne Beziehungen, Konflikte, Trennungen und nicht zuletzt das Happy-End? Aus psychologischer Sicht können Beziehungen durch soziale Rollen bestimmt sein oder persönlichkeits­bezoge­nen Charakter haben; sie weisen stabile Interaktionsmuster der Bezugspersonen auf.
In modernen Migrationsgesellschaften entwickeln sich interethnische Freund- und Partner­schaf­ten, interkulturelle Familienkonstellationen, binationale Ehen. Was bedeutet das z.B. für unser Bildungssystem oder für ein europäisches Familienrecht? Der Wandel von Paar­bezie­hungen und Familienstrukturen ist Gegenstand aktueller gesellschaftlicher und politi­scher Debatten. In unserer Vorlesungsreihe möchten wir den Diskurs aufgreifen und die Vielfalt von Beziehungen und ihre kulturellen Kontexte aus der Perspektive von Sozial-, Natur-, Geistes- und Kulturwissenschaften in den Blick nehmen.

Prof. Dr. Franz J. Neyer
(Inhaber des Lehrstuhls für Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik, Institut für Psychologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Beziehungen haben Persönlichkeit
Montag · 23. Oktober 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Thomas Junker
(Apl. Professor für Geschichte der Biowissenschaften am Lehrstuhl für Ethik in den Biowissenschaften, Fakultät für Biologie, Eberhard Karls Universität Tübingen)
Wie monogam sind wir wirklich? Warum alles auch ganz anders sein könnte
Montag · 6. November 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Christof Breitsameter
(Professor für Moraltheologie, Katholisch-Theologische Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München)
Die Erfindung der Liebe und ihre Folgen – eine moraltheologische Perspektive
Montag · 20. November 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Dr. Eric Anton Heuser
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Sozial- und Kulturanthropologie, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Freie Universität Berlin)
Die Freundesrepublik: Familie, Freundschaft und Staat in Indonesien
Montag · 27. November 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Dr. Björn Vedder
(Freier Autor, Publizist und Kurator, München)
Neue Freunde. Über Freundschaft in Zeiten von Facebook
Montag · 4. Dezember 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Norbert F. Schneider
(Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung BiB, Wiesbaden | Gastprofessor für Soziologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz | Honorarprofessor, Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Bunt, bunter, Familie? 
Stabilität und Wandel einer exklusiven Solidargemeinschaft

Montag · 11. Dezember 2017 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Weertje Willms
(Apl. Professorin für (interkulturelle) Germanistik und Komparatistik, Abteilung für Neuere Deutsche Literatur, Deutsches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
Darstellungsformen von interkulturellen Familienkonzepten in der deutsch­sprachigen Gegenwartsliteratur
Montag · 8. Januar 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Vera King
(Professorin für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie, Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main | Geschäftsführende Direktorin, Sigmund-Freud-Institut, Forschungsinstitut für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, Frankfurt am Main)
Migrationserfahrungen und ihre Folgen in Familien
Montag · 15. Januar 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Winfried Schmitz
(Professor für Alte Geschichte, Abteilung für Alte Geschichte, Institut für Geschichtswissen­schaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
»Und im richtigen Alter eine Frau ins Haus dir geleiten« – 
Bäuerliche Familienstrukturen im archaischen Griechenland

Montag · 22. Januar 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Birgitt Röttger-Rössler
(Professorin für Ethnologie, Institut für Sozial- und Kulturanthropologie · Sprecherin des Sonder­forschungsbereichs »Affective Societies: Dynamiken des Zusammenlebens in beweg­ten Zeiten«, Freie Universität Berlin)
Deutsche mit Eltern aus Vietnam. Affektive Dimensionen der Eltern-Kind-Beziehungen im vietnamesischen Berlin
Montag · 5. Februar 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)