Interdisziplinäre Kolloquienreihe »Mainzer Universitätsgespräche« zum Themenschwerpunkt »Was ist Wahrheit?«

Mainzer Universitätsgespräche Interdisziplinäre Kolloquienreihe des Studium generale zum Themenschwerpunkt »Was ist Wahrheit?«

Öffentliche Veranstaltungsreihe für alle Interessierten


»Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.« Diese Aussage ist wahr, kaum jemand würde sie bezweifeln. Viele Phänomene und Ereignisse sind jedoch so komplex, dass man sie mit einer Wahr-Falsch-Dichotomie kaum beurteilen kann – man denke an die Debatte zum Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft. Nun ist die neuzeit­liche (Natur-)Wissenschaft auch deshalb entstanden, um einfache Gewissheiten zu hinter­fragen. Ergebnisse von Wissenschaft sind dabei oft auch widersprüchlich. Menschen aber suchen in der Regel nach Sicherheiten. Werden diese überzeugend genug vorgetragen, dann können ihre Botschafter Zuspruch erwarten. Populisten, die behaupten, Wahr-Falsch-Garan­tien geben zu können, profitieren hiervon.
Zudem hat sich die Zahl der »Wahrheitskollektive« durch das Internet vervielfacht. Nicht mehr nur am Stammtisch werden »alternative Fakten« vertreten – die am nächsten Tag wieder vergessen sind! Heute werden solche »Insel-Wahrheiten« gepostet, geliked und geteilt. Sie sind am nächsten Tag gerade nicht vergessen, sondern vielleicht sogar in weni­gen Stunden um den Erdball gewandert. 
Welche Antworten gibt die Wissenschaft auf solche Herausforderungen? Welche Sicherheiten kann sie geben, welche nicht? Überfordern wir das System Wissenschaft mit unseren über­zo­ge­nen Wahrheitsansprüchen und öffnen gerade damit Tür und Tor für populistische »Wissen­schaftsverdreher«? Oder kann uns Wissenschaft die richtigen Mittel an die Hand geben, um mit diesen Herausforderungen angemessen umzugehen?

Prof. Dr. Hans J. Markowitsch
(Professor em. für Physiologische Psychologie, Abteilung Psychologie, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft, Universität Bielefeld)
Fehlerinnerungen – Ein Phänomen aus Sicht von Psychologie, Neurobiologie und Kriminalistik
Mittwoch · 2. Mai 2018 · 18:15 Uhr N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Jens Jäger
(Apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte, Historisches Institut, Philosophische Fakultät, Universität zu Köln)
Lügen Bilder?
Fotografie und das Versprechen der Wahrhaftigkeit

Mittwoch · 9. Mai 2018 · 18:15 Uhr N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Roland Imhoff
(Professor für Sozial- und Rechtspsychologie, Abteilung Sozial- und Rechtspsychologie, Psychologisches Institut, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Von geheimen Mächten sonderbar belogen?
Psychologische Perspektiven auf eine verschwörungstheoretische Weltsicht

Mittwoch · 16. Mai 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Stefan Müller-Stach
(Professor für Zahlentheorie, Leiter der AG Zahlentheorie, Institut für Mathematik, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Wahrheit, Beweis, Gedanke, Identität
Mittwoch · 23. Mai 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Petra Kolmer
(Honorarprofessorin für Philosophie, Institut für Philosophie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
Was ist Wahrheit?
Mittwoch · 30. Mai 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Thomas Blank
(Jun.-Professor für Kulturgeschichte der Antike, Arbeitsbereich Alte Geschichte, Historisches Seminar, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Fakten vs. Fiktionen? 
Plutarch über Wahrheit und Wirklichkeit in der historischen Narration

Mittwoch · 6. Juni 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Dr. Philipp Müller
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter, DySCo – Dynamics of Society and Communication Research Group, Allgemeine Kommunikationsforschung, Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Die »Wahrheit« des Journalismus und die »alternative Wahrheit« der sozialen Medien.
Antagonistische Weltbilder im aktuellen öffentlichen Diskurs und ihr gemeinsamer Kern

Mittwoch · 13. Juni 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Stephan Russ-Mohl
(Professor für Journalismus und Medienmanagement, Fakultät für Kommunikations­wissen­schaften, Direktor des Europäischen Journalismus-Observatoriums EJO, Università della Svizzera italiana, Lugano, Schweiz)
Das Ende der Aufklärung?
Warum Wissenschaftler und Journalisten gemeinsam Desinformation bekämpfen sollten

Mittwoch · 20. Juni 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Dr. Jasmin Siri
(Fellow am Exzellenzcluster »Kulturelle Grundlagen von Integration«, Universität Konstanz · Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Soziologie und Gender Studies, Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München)
»Alternative Fakten« und »Fake News«? 
Die neuen, alten Wahrheitsprobleme einer Gesellschaft im Medienwandel

Mittwoch · 27. Juni 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)