Prof. Dr. Stephan Russ-Mohl – Vortragsexposé – Sommersemester 2018

Mainzer Universitätsgespräche 
"Was ist Wahrheit?"


Prof. Dr. Stephan Russ-Mohl 
Professor für Journalismus und Medienmanagement, Direktor des Europäischen Journalismus-Observatoriums EJO, Università della Svizzera italiana, Schweiz

Das Ende der Aufklärung?
Warum Wissenschaftler und Journalisten gemeinsam Desinformation bekämpfen sollten                                                                                                                                                                          

Mittwoch, 20. Juni 2018, 18:15 Uhr, Hörsaal N 1 (Muschel)


Fake News, Halbwahrheiten, Konspirationstheorien – wie sich Desinformation in der digitalisierten Welt ausbreitet, wird immer mehr zur Bedrohung und zur Herausforderung für unsere Demokratie. Stephan Russ-Mohl, Professor für Journalistik und Medienmanagement an der Università della Svizzera italiana in Lugano, analysiert, welche Trends die Aufmerksamkeitsökonomie in eine Desinformationsökonomie verwandeln: Welche Rolle spielen dabei Journalismus und Public Relations, wie tragen soziale Netz­werke und Suchmaschinen wie Facebook und Google mit ihren Algorithmen und Echokammern zur Konfusion bei? Möglicherweise könnte eine ″Allianz für die Aufklärung″ von Forschern und seriösen Jour­nalisten mit Erfolgsaussicht denjenigen entgegenwirken, die aus kommerziellen oder machtpolitischen Motiven an der Verbreitung von Desinformation und an der Destabilisierung unserer Demokratie inte­ressiert sind. 

Stephan Russ-Mohl, geb.1950, ist seit 2002 Professor für Journalistik und Medienmanagement an der Università della Svizzera italiana in Lugano und leitet dort das European Journalism Observatory. 
Absolvent der Deutschen Journalistenschule, München; Studium der Sozial- und Verwaltungswissen­schaften in München, Konstanz und Princeton/USA; nach fünf Jahren Referententätigkeit bei der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart, von 1985 bis 2001 Ordinarius für Publizistikwissenschaft an der FU Berlin. Forschungsaufenthalte an der University of Oregon, der University of Wisconsin, dem European Univer­sity Institute in Florenz sowie mehrfach an der Stanford University. 2011/2012 Gutenberg Fellow am Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Universität Mainz. 
Forschungsschwerpunkte: Qualität im Journalismus und redaktionelles Qualitätsmanagement; Ökonomik des Journalismus; Zeitungs- und Onlinejournalismus in den USA; Wissenschaftsjournalismus und
-kommunikation. 
 

Abschließender Vortrag dieser Reihe: 
Dr. Jasmin Siri 

(Fellow am Exzellenzcluster ″Kulturelle Grundlagen von Integration″, Universität Konstanz ∙ Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Soziologie und Gender Studies, LMU München) 
″Alternative Fakten″ und ″Fake News″?
Die neuen, alten Wahrheitsprobleme einer Gesellschaft im Medienwandel

Mittwoch, 27. Juni 2018, 18:15 Uhr, Hörsaal N 1 (Muschel)