Interdisziplinäre Kolloquienreihe »Mainzer Universitätsgespräche« zum Themenschwerpunkt »Standpunkte, Koordinaten, Horizonte – Sich in der Welt orientieren«

Mainzer Universitätsgespräche – Interdisziplinäre Kolloquienreihe des Studium generale zum Themenschwerpunkt »Standpunkte, Koordinaten, Horizonte – Sich in der Welt orientieren«

Öffentliche Veranstaltungsreihe für alle Interessierten

Die Fähigkeit, den eigenen Aufenthaltsort zu bestimmen und sich in der Umwelt zurechtzu­finden, ist von elementarer Bedeutung. Ohne Orientierung im Raum könnten Tiere und Men­schen nicht überleben. Dabei zeigen Insekten, Säugetiere und Menschen verschiedene Stra­te­gien. Viele Fragen zum neuronalen Navigationssystem, das in mancherlei Hinsicht dem GPS in Navigationsgeräten ähnelt, sind in der Forschung noch offen. – ›Sich-Orientieren‹ ist zudem eine Metapher für das ›Sich-Zurechtfinden‹ im Leben und in der Welt überhaupt. Im Kontext einer von der Wissenschaft geprägten Zivilisation und unter den soziokulturellen Be­dingungen der Gegenwart stellt sich das ›Sich-Zurechtfinden‹ aber als besonders schwierig dar: Wissens­bestände und die Menge des Machbaren wachsen, traditionelle Autoritäten ver­lieren an Rele­vanz und vertraute Muster der All­tags­bewäl­tigung versagen. Gleichzeitig sehen wir uns stän­dig einer Fülle von Hand­lungs­optionen gegen­über. Konfrontiert mit einem hohen Maß an Kom­ple­xi­tät und ohne verbindlich vorgegebene Koordinaten stehen wir somit täg­lich vor der Aufgabe, handelnd unseren Weg finden zu müssen. 
Wie funktioniert Orientierung im Raum? Welche Fähigkeiten verhelfen uns zur Orientierung in unserem individuellen Leben in der gegenwärtigen Welt? Welche Rolle spielen Bildung, Wis­sen über Wissenschaften und kritisches Urteilsvermögen, um eigene Standpunkte ent­wickeln zu können? Wie entstehen Orientierungskrisen und welche Maßnahmen versprechen Abhilfe? 
Im 70. Jahr seines Bestehens nimmt das Mainzer Studium generale das ­­Phänomen Orien­tie­rung in den Blick und bezieht die Sichtweisen von Natur-, Kultur- und Sozialwissen­schaften sowie der Philosophie in die Betrachtung ein.


Prof. Dr. Hanspeter A. Mallot
(Professor für Kognitive Neurowissenschaft, Institut für Neurobiologie, Fachbereich 
Bio­logie · Member des Exzellenzclusters »Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften CIN«, Eberhard Karls Uni­versität Tübingen)
Mathematischer und kognitiver Raum: von der Geometrie zum Verhalten
Mittwoch · 24. Oktober 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Timo Heimerdinger
(Professor für Europäische Ethnologie, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie · Leiter des Forschungsschwerpunktes »Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte«, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Österreich)
Was soll ich tun? Ratgeber und Ratsuche in der Spätmoderne
Mittwoch · 7. November 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz-Elmar Tenorth
(Professor em. für Historische Erziehungswissenschaft, Abteilung Historische Bildungs­forschung, Institut für Erziehungswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin)
Bildung – über den Umgang mit Offenheit und Unbestimmtheit
Mittwoch · 21. November 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Peter Preisendörfer
(Professor für Soziologie, Arbeitsbereich Organisation von Arbeit und Betrieb, Institut 
für Soziologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Umfragen in den Sozialwissenschaften: Besser als ihr Ruf?
Mittwoch · 5. Dezember 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Ferdinand Schmidt-Kaler
(Professor für Experimentalphysik, Leiter der Quantenbit Arbeitsgruppe, Quanten-, Atom- und Neutronenphysik QUANTUM, Institut für Physik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
GPS und moderne Atomuhren für die Geodäsie
Mittwoch · 12. Dezember 2018 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Detlef Pollack
(Professor für Religionssoziologie, Institut für Soziologie · Sprecher des Exzellenzclusters »Religion und Politik«, Westfälische Wilhelms-Universität WWU, Münster)
Der Totalitätsanspruch des lateinischen Christentums und seine Begrenzung: Sozialhistorische Analysen zur Emergenz der Moderne
Mittwoch · 9. Januar 2019 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)
Dieser Vortrag im Rahmen der »Mainzer Universitätsgespräche« eröffnet zugleich die Tagung  »Grenzen der Religion. Gesellschaftliche Konstellationen zwischen Totalität und Differenz«.

Prof. Dr. Rudolf Stichweh
(Inhaber der Dahrendorf-Professur »Theorie der modernen Gesellschaft«, Direktor des Forums Inter­nationale Wissenschaft FIW, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn | Gast­pro­fes­sor an der Kultur- und Sozial­wissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern, Schweiz)
Interdisziplinarität und wissenschaftliche Bildung
Mittwoch · 23. Januar 2019 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Daniel Haun
(Professor für frühkindliche Entwicklung und Kultur, Direktor des Leipziger Forschungs­zentrums für frühkindliche Entwicklung LFE und Forschungsgruppenleiter, Erziehungs­wissenschaftliche Fakultät, Universität Leipzig)
Wo bin ich? Kulturelle Einflüsse auf Orientierungsstrategien
Mittwoch · 30. Januar 2019 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Prof. Dr. Markus Tiedemann
(Professor für Didaktik der Philosophie und für Ethik, Institut für Philosophie, Technische Universität Dresden)
Ethische Orientierung und kultureller Relativismus
Mittwoch · 6. Februar 2019 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)

Dr. Michael Jungert
(Geschäftsführer des Zentralinstituts für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen ZiWiS, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
Krise der Wissenschaft? Wissenschaftsreflexion als Orientierungshilfe
Mittwoch · 13. Februar 2019 · 18:15 Uhr · N 1 (Muschel)