Prof. Dr. Ferdinand Schmidt-Kaler – Vortragsexposé – Wintersemester 2018/2019

Mainzer Universitätsgespräche 
"Standpunkte, Koordinaten, Horizonte – Sich in der Welt Orientieren"

Prof. Dr. Ferdinand Schmidt-Kaler
Prof. für Experimentalphysik, Leiter der Quantenbit Arbeitsgruppe, QUANTUM, JGU Mainz

GPS und moderne Atomuhren für die Geodäsie

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 18:15 Uhr, Hörsaal N 1 (Muschel)

Wie messen wir Längen oder orientieren uns in Raum und Zeit auf unserer Erdkugel? Nach einer kurzen historischen Einleitung konzentriere ich mich auf hochgenaue moderne Methoden der Orts- und Zeitmessung, die wir alle täglich nutzen. Das globale Positioniersystem (GPS) funktioniert mittels hochgenauer Atomuhren, die in Satelliten um die Erde kreisen und deren Signale wir mit unserem GPS-Modul im Handy empfangen. Die Anwendungen des GPS sind vielfältig. Weitere Verbesserungen der Atomuhren als optische Frequenzstandards haben zu einer fast unvorstellbaren relativen Genauigkeit von 18 Digitalstellen geführt. Eine solche Uhr hätte eine Gangungenauigkeit von weniger als 1/10 Sekunde, selbst wenn sie schon seit dem Beginn des Universums vor 13 Milliarden Jahren liefe. Mit diesen Frequenzstandards kann man aufgrund der Rotverschiebung in Gravitationsfeldern gemäß der Einstein′schen Theorie das lokale Schwerefeld der Erde ausmessen und Geodäsie betreiben.

Ferdinand Schmidt-Kaler studierte Physik in Bochum, Bonn und an der TU München und promovierte am Max-Planck-Institut für Quantenoptik Garching bei Theodor Hänsch. Nach einem Postdoc-Aufenthalt an der École Normale Supérieure in Paris bei Serge Haroche baute er in Innsbruck unter der Leitung von Rainer Blatt Experimente zur Quanteninformation auf und realisierte u. a. Teleportation und quantenlogische Operationen. Seit 2005 als Professor in Ulm und seit 2010 in Mainz beschäftigt er sich mit fundamentalen Messungen zur Quanteninformation und mit zukünftigen Anwendungen von Quantentechnologien.

Nächster Vortrag in dieser Reihe: 
Prof. Dr. Detlef Pollack 

(Professor für Religionssoziologie ∙ Sprecher des Exzellenzclusters ″Religion und Politik″, Westfälische Wilhelms-Universität WWU, Münster) 
Der Totalitätsanspruch des lateinischen Christentums und seine Begrenzung:
Sozialhistorische Analysen zur Emergenz der Moderne 

Mittwoch, 9. Januar 2019, 18:15 Uhr, Hörsaal N 1 (Muschel)