OPFER UND TÄTER

Themenschwerpunkt des Studium generale
im Wintersemester 2004/2005


Straf- und Gewalttaten stellen Menschen zwangsläufig in konfliktreiche Täter-Opfer-Beziehungen. Opferrolle und Täterrolle scheinen zumeist eindeutig verteilt. Doch im Kontext von Ursache, Schuld, Strafe und Leiden können Täter zugleich Opfer sein, Opfer zu Tätern werden. Konfliktsituationen erzeugen bei Entführung, Sterbehilfe oder Ressourcenknappheit ethische Probleme, zwingen zum Tätersein und Opferwerden. Wenn Strafe Schuld und einen freien Willen voraussetzt – entziehen dann die Ergebnisse der modernen Hirnforschung unseren psychiatrischen und strafrechtlichen Konzeptionen und unserem bisherigen Verständnis von Opfer und Täter die Grundlage? Die interdisziplinäre Vorlesungsreihe zum Themenschwerpunkt »Opfer und Täter« erörtert diese Problemfelder mit Beiträgen aus Rechtswissenschaft, Medizin, Psychologie und Philosophie.

– Ringvorlesung
– Weiterführende Lehrveranstaltungen



RINGVORLESUNG
zum Themenschwerpunkt »Opfer und Täter«


Prof. Dr. Dr. Paul Hoff
(Professor für Psychiatrie, Stv. Klinischer Direktor, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich)
Forensische Psychiatrie:
Verändert die Neurobiologie das Selbstverständnis des Faches?
Dienstag · 2. November · 18.15 Uhr · N 3 (Muschel)


Prof. Dr. Manfred Cierpka
(Professor für Psychosomatik und Psychotherapie, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie, Psychosomatische Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg)
Wie aus Opfern Täter werden
Dienstag · 9. November · 18.15 Uhr · N 3 (Muschel)


Prof. Dr. Hans-Dieter Schwind, Landesjustizminister a. D.
(Professor em. für Kriminologie, Ruhruniversität Bochum)
»Alle gaffen ... keiner hilft« – Unterlassene Hilfeleistung
bei Unfällen und Straftaten
Dienstag · 16. November · 18.15 Uhr · N 3 (Muschel)


Prof. Dr. Christian Rittner
(Professor für Rechtsmedizin, Institut für Rechtsmedizin,
Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Opfer und Täter – Konflikte aus der Sicht eines Rechtsmediziners
Dienstag · 30. November · 18.15 Uhr · N 3 (Muschel)


Prof. Dr. Björn Burkhardt
(Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, ausländisches und internationales Strafrecht, Fakultät für Rechtswissenschaft, Universität Mannheim)
Neurobiologie contra Schuldstrafrecht?
Dienstag · 7. Dezember · 18.15 Uhr · N 3 (Muschel)

 Thesen und Erläuterungen zum Vortrag (PDF-Datei)

 "Und sie bewegt uns doch: die Willensfreiheit", Artikel aus: DAS MAGAZIN, Bildgebende Verfahren der Hirnforschung, 2/2003.


Prof. Dr. Dr. h. c. Kurt Seelmann
(Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie, Juristische Fakultät,
Universität Basel)
Täterschutz versus Opferschutz im Strafrecht
Dienstag · 11. Januar · 18.15 Uhr · N 3 (Muschel)


Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker
(Professor für Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie,
Universität Zürich)
Extrembelastungsfolgen bei Gewaltopfern.
Psychologische Untersuchungen zur Entstehung und Therapie
Dienstag · 18. Januar · 18.15 Uhr · N 3 (Muschel)


Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner
(Professor für Kriminologie, Jugendrecht, Strafvollzug und Strafprozessrecht, Direktor des Instituts für Kriminologie, Eberhard Karls-Universität Tübingen)
Täter-Opfer-Ausgleich:
Grundideen, praktische Ausgestaltung und Zukunftsaussichten
Dienstag · 1. Februar · 18.15 Uhr · N 3 (Muschel)


<zum Seitenanfang>



Weiterführende Lehrveranstaltungen zum Themenschwerpunkt »Opfer und Täter«

Teilnahmevoraussetzungen

Abkürzungen: V = Vorlesung, S = Seminar, PS = Proseminar, HS = Hauptseminar, OS = Oberseminar, L = Lektüre, Ü = Übung


V: Exodus
A. Michel, Fr 12.15–14.00, Hs 15, Forum (Eingang Johann-Joachim-Becher-Weg 4)

HS: Opfer und Täter in der »Comédie humaine« von Honoré de Balzac

D. Janik, Fr 10.00–12.00, P 12 (Philosophicum), Unterrichtssprache: Französisch

<zum Seitenanfang>