Jörg Barandat, Oberstleutnant i. G. – Vortragsexposé – Sommersemester 2008

THEMENSCHWERPUNKT DES STUDIUM GENERALE
"WASSERKONFLIKTE ALS NORMENKONFLIKTE. GRUNDFRAGEN DER ETHIK"

Jörg Barandat
Potsdam/Hamburg

Wenn Wasser zum Brandbeschleuniger wird ... außen-, sicherheitspolitische und rechtliche Aspekte der globalen Wasserkrise

Montag, 21. April 2008, 18.15 Uhr, Hörsaal N 3 (Muschel)

Wasser ist nicht nur ein unverzichtbares Grundnahrungsmittel, sondern auch ein mitunter sehr knappes Produktionsmittel. Am „blauen Gold“ hängen Armut oder Reichtum, Macht oder Ohnmacht, seine Verteilung kann Streit und Gewalt hervorrufen, sie kann aber auch zur Zusammenarbeit zwingen. Es hat damit nicht nur eine soziale und wirtschaftliche, sondern ebenso eine sicherheitspolitische Dimension. Wasser „kennt keine Grenzen“, Problemlösungen bedürfen internationaler und regionaler Zusammenarbeit. Die Bereitschaft dazu ist allerdings noch wenig ausgeprägt. Bevorzugt werden in weiten Teilen der Welt unverändert „freie Spiele der politischen Kräfte“, gegenüber rechtlichen und vertraglichen Regelungen.
Am Beispiel einiger ausgewählter grenzüberschreitender Flussgebiete wird die globale Wasserkrise, die sich im internationalen Recht zuspitzenden Widersprüche zwischen den Grundprinzipien: Souveränität und Integrität und die sich daraus ergebenden politischen Folgen dargestellt. Es werden unterschiedliche „mögliche Zukünfte“ entwickelt und die Frage nach Handlungsalternativen zum Einstieg in eine „andere“ Politik gestellt.

Jörg Barandat, Dipl.-Päd., Koordinator im Netzwerk watercourse.de, Hamburg. 1996/97 Mitglied der deutschen Delegation bei den Verhandlungen über das Flussgebiets-Übereinkommen der Vereinten Nationen in New York. Mitglied im Projektbeirat der Informationsplattform Zivile Krisenprävention - Umwelt und Ressourcen (KRIUM), Oberstleutnant i.G. im Einsatzführungskommando der Bundeswehr, Potsdam, derzeitig tätig im Bereich: zivil-militärische Koordinierung in der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP).

Nächster Vortrag dieser Reihe:
Prof. Dr. Bernd Ladwig (Juniorprofessor für moderne politische Theorie, Otto-Suhr-Institut, Freie Universität Berlin)
Kann es ein Menschenrecht auf Wasser geben?
Montag, 28. April 2008, 18.15 Uhr, Hörsaal N 3 (Muschel)