Öffentliche Vorlesungsreihe zum Themenschwerpunkt "Mythen und Rituale – Zur Aktualität kultureller Traditionen" – Wintersemester 2021/2022

Holi Festival ǀ Tom Watkins, unsplash.com

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe des Studium generale zum Themenschwerpunkt

Mythen und Rituale – Zur Aktualität kultureller Traditionen

Öffentliche Veranstaltungsreihe für alle Interessierten

Mythen gewinnen im postfaktischen Zeitalter zusehends an Aufmerksamkeit und Bedeutung. Da Emotionen und Affekte durch Geschichten und Mythen besonders gut anzusprechen sind, gedeihen vielerorts Verschwörungsmythen z. B. zu Flat Earth oder gegenwärtig zur Corona-Pandemie. Medien und Filmindustrie lassen die mythischen Götter und Helden wie Odin und Thor wieder aufleben in Filmen und Se­rien wie American Gods oder im Marvel-Universum. Was aber macht Mythen aus, ihre Faszination, ihr Potenzial und ihre Grenzen? Sie sind keine statischen Narrative, sondern Formen und Leitlinien der Erinnerung, des historischen Gegen­wartsbezugs sowie der Zukunftserwartung. Es stellt sich weniger die Frage nach ihrer Wahrheit, sondern danach, welche Wirklichkeit sie hervorrufen wollen.
Die Aktualität und Bedeutung kultureller Traditionen ­äußert sich nicht zuletzt darin, dass Menschen trotz der Corona-Pandemie auf sozio-kulturelle Kontakte und gewohnte Rituale wie Hoch­zeitsfeiern nur ungern ver­zichten. Was versteht man unter dem allgegenwärtigen Phänomen Ritual? Mit der Vielfalt und Wirkmacht ritueller Praktiken beschäftigt sich die interdisziplinär ausgerichtete Ritualforschung. Dabei wird zwischen routinierten All­tags­handlungen, Ritualisierungen wie dem Zähneputzen, und Ritualen im engeren Sinne wie z. B. einer Krönung als einer gesonderten Form menschlichen Verhaltens und Handelns unterschieden. Als Ritual wird eine menschliche Handlungsabfolge bezeichnet, die durch Stan­dardisierung der äußeren Form, durch Wie­derholung, Auf­führungscharakter, Performativität und Symbolizität ge­kenn­zeichnet ist und eine elementare Sozialstruktur bildende und stabilisierende Wirkung besitzt.
Mythos und Ritual gehören zu den kulturwissenschaft­li­chen Grundbegriffen, ihre Geschichte, ihre Leistungen und Grenzen werden in zahlreichen Fächern analysiert und dis­kutiert. Die in­ter­disziplinäre Vorlesungsreihe stellt Forschungen und Erkenntnisse dazu vor und greift gegen­wär­ti­ge gesellschaftliche und wissenschaftliche Diskurse auf.


Wichtiger Hinweis:
Für die Vorlesungsreihe sind so viele immatrikulierte Studierende im Rahmen ihrer curricularen Verpflichtungen angemeldet, dass aufgrund der an der JGU geltenden Corona-Schutzmaßnahmen die Öffnung der Veranstaltung für eine Präsenzteilnahme leider nicht möglich ist.
Die Vorträge dieser Reihe werden live gestreamt. Die Beiträge werden zudem aufgezeichnet und sollen allen Interessierten nachträglich als Aufnahme zugänglich sein.
Informationen zum Online-Zugang


Prof. Dr. Annette Zgoll · PD Dr. Christian Zgoll
Professorin für Altorientalistik, Direktorin des Seminars für Altorientalistik · Privatdozent für Klassische Philologie und Komparatistik, Seminar für Klassische Philologie und Seminar für Altorientalistik, Georg-August-Universität Göttingen – Initiatoren der "Göttinger Mythosforschung"
Älteste Mythen und neueste Mythosforschung
Montag · 8. November 2021 · 18:15 Uhr
Vortragsexposé
Vortragsfolien als PDF-Datei
Vortragsaufzeichnung


Prof. Dr. Maria Moog-Grünewald
Professorin em. für Romanische Philologie und Vergleichende
Literaturwissenschaft, Romanisches Seminar, Eberhard Karls Universität Tübingen
Die Evidenz des antiken Mythos
Montag · 15. November 2021 · 18:15 Uhr
Vortragsexposé
Vortragsfolien als PDF-Datei
Vortragsaufzeichnung


Prof. Dr. Stephanie Wodianka
Professorin für französische und italienische Literaturwissen­schaft, Institut für Romanistik, Gründungsmitglied des DFG-Graduiertenkollegs »Deutungsmacht und Deutungsmachtkonflikte in Religion und Belief Systems«, Universität Rostock
Jeanne d‘Arc und Malalai, American Dream und die Nibelungen:
Vernetzung und Echo-Effekt moderner Mythen

Montag · 29. November 2021 · 18:15 Uhr
Vortragsexposé
Vortragsaufzeichnung


Prof. Dr. Thomas Hieke · Prof. Dr. Ansgar Franz
Professor für Altes Testament · Professor für Liturgiewissenschaft und Homiletik, Katholisch-Theologische Fakultät, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Vom Mythos zum Ritus:
Das Beispiel Pessach – Pascha – Ostern

Montag · 13. Dezember 2021 · 18:15 Uhr
Vortragsexposé
Link zum Livestream am 13.12.21, Beginn der Übertragung: 18:15 Uhr
Hinweis zur Diskussion: Bitte senden Sie Ihre Fragen während des Livestreams per E-Mail an fragen-mythen@uni-mainz.de


Prof. Dr. Axel Michaels
Seniorprofessor und ehem. Leiter der Abteilung Kultur- und Religionsgeschichte Südasiens (Klassische Indologie), Südasien-Institut, Universität Heidelberg | Leiter der Forschungsstelle »Religions- und rechtsgeschichtliche Quellen des vormodernen Nepal« der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Sinn und Sinnlosigkeit von Ritualen
Montag · 17. Januar 2022 · 18:15 Uhr
→ Link zum Livestream (Link folgt).


Prof. Dr. Kathrin Audehm
Professorin für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Bildung und Heterogenität, Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Universität zu Köln
Erziehung im Ritual:
Rituelle Praktiken in Schule und Familie

Montag · 24. Januar 2022 · 18:15 Uhr
→ Link zum Livestream (Link folgt).


Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger
Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin | Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Ritual, Ritualkritik und historischer Wandel
Montag · 31. Januar 2022 · 18:15 Uhr
→ Link zum Livestream (Link folgt).


Booklet des Studium generale mit Gesamtübersicht (PDF-Datei)